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Bundesgemeinschaft für deutsch-niederländische Zusammenarbeit

Die versuchte und die unvollendete Revolution

November 1918. In zwei Nachbarländern brodelt es gleichzeitig. In Deutschland stürzt das Kaiserreich, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht rufen zur sozialistischen Revolution auf. Und in den Niederlanden steht der Sozialdemokrat Pieter Jelles Troelstra im Parlament auf und verkündet: Jetzt ist auch hier die Stunde der Revolution gekommen. Nur – in den Niederlanden passiert danach: nichts. Kein Umsturz, keine Räte, keine Revolution. Die Geschichte kennt diesen Moment heute nur noch als "Vergissing van Troelstra" – Troelstras Irrtum. Ein Mann, der sich blamiert hat, weil er die Lage falsch eingeschätzt hat. Aber war das wirklich nur ein Irrtum? Oder stand die niederländische Gesellschaft 1918 tatsächlich näher an einer Revolution, als wir bisher dachten? Und warum ist die deutsche Revolution zwar gelungen, aber trotzdem am Ende auch gescheitert – zumindest aus sozialistischer Sicht? Genau darum soll es heute gehen: um einen deutsch-niederländischen Vergleich zweier gescheiterter – oder zumindest unvollendeter – Revolutionen, um die Frage, was eine "revolutionäre Situation" überhaupt ausmacht, und um zwei ganz unterschiedliche Revolutionäre-Typen: den vorsichtigen Parlamentarier Troelstra und die überzeugten Radikalen Luxemburg und Liebknecht. Unser Gast ist Lorenz Schulze-Marmeling, der zu dieser Frage eine Studie vorgelegt hat.

Die versuchte und die unvollendete Revolution